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Die echte Erde!

Es sieht aus wie ein Fehler in der Darstellung, etwas gestaucht oder verzerrt … aber nein! Das ist sie, unsere Erde wie sie wirklich aussieht (Peters-Projektion). Schwer zu glauben, aber wahr, die so genannte Mercatorkarte, die jeder von uns kennt, wurde für einen ganz anderen Gebrauch konzipiert, in der die falsche Darstellung der Länder keine Rolle spielte.

Unter folgenden Link sind beide Darstellungsformen (Mercatorkarte und Peters-Projektion) übereinander gelegt worden:

http://goo.gl/sx7hUX

Die Mercatorkarte ist nicht komplett falsch. In kleinen Bereichen eines Gebietes wird dessen Form sehr gut dargestellt. Jedoch ist der Preis der kleinen und schönen Abbildung eine starke Verzerrung im Großen. Das hängt mit der nicht berücksichtigten Erdkrümmung zusammen. Wenn man sich Satellitenbilder der Erde anschaut, wird man kaum einen Unterschied zur Mercatorkarte wahrnehmen. Allerdings sind die Bilder nur zweidimensional. Polnahe Länder „biegen“ sich durch die Krümmung in die entgegengesetzte Richtung des Betrachters und wirken dadurch vergrößert.

Der „Erfinder“ der 400 Jahre alten Karte Gerhard Mercators wusste schon damals, dass seine Projektion als Weltkarte nichts taugte. Sein Ziel war es, die Seefahrt zu erleichtern, denn mit der Karte funktionierte ein Trick mit der jeder ungeschulte Steuermann seinen Hafen fand. Die Fahrtrichtung (Gradzahl) konnte nämlich ganz einfach mit dem Geodreieck abgelesen werden. Danach wurde eine Kerbe in den Schiffkompass gemacht und geradeaus gefahren. Die Berechnung der Entfernung war komplizierter, aber dafür gab es Tabellenbücher.

Schulen, Atlanten und das Fernsehen haben dazu beigetragen, die Mercatorkarte als richtiges Bild der Erde zu verbreiten, wodurch sich diese Darstellung bei den Menschen eingebrannt hat. Wieso wechseln wir nicht zur richtigen Darstellung? Vermutlich ist es zu aufwendig oder einfach nur eine Ästhetik-Frage!

Der Historiker Arno Peters sah die Mercator-Darstellung etwas drastischer. Er kritisierte, dass im Geschichts-Unterricht überwiegend die Geschichte des eigenen Landes gelehrt wird und diese auch nur partiell. Die letzten vier Jahrhunderte schienen wichtiger zu sein als die letzten vier Jahrtausende, in denen die Grundlage unserer Kultur entstand. Die übrigen Teile Europas in den Atlanten, die nur grob enthalten sind, würden dadurch zu Objekten vergangener Eroberungspolitik werden.

Herr Peters war der Ansicht, dass ein Land sich vor allem durch seine Fläche Geltung verschaffe und somit die Selbstüberschätzung des „weißen Mannes“ gefördert hätte. Deshalb wäre es in der heutigen Zeit nur eine Frage der Fairness, die Dritte Welt gegenüber den Industriestaaten kartografisch korrekt darzustellen. Die Richtigkeit der Darstellung und eine Veränderung im Lehrplan der Schulen sei ein wichtiger Schritt zur Gleichberechtigung aller Menschen. Später veröffentlichte er einen flächentreuen Kartenentwurf, auch bekannt als Peters-Projektion. Die Karte wurde 1980 von Hilfsorganisationen übernommen, setzte sich jedoch nicht durch.

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