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Street Art – Kunst für jedermann?

Wer mit wachem Blick durch die Stadt streift, kann sie überall entdecken. Mal ist es eine bunte Hauswand, mal ein kleiner Sticker mit einer lustigen Botschaft, ein Mülleimer, der mit einfachen Mitteln zum Kunstobjekt umgewandelt wurde oder ein Werbeplakat, dessen Aussage ins Ironische verkehrt worden ist. Street Art hat viele Gesichter und die Akteure werden immer kreativer in ihren Ausdrucksformen. Geprägt hat diese eigenständige, mittlerweile nicht mehr wegzudenkende Kunstform nicht zuletzt auch der Einfluss des Graffiti — die Subkultur, die Ihren Ursprung Ende der 60er Jahre in New York hat. Was früher als Revolte und Vandalismus galt und zumeist nachts illegal durch „Writer“ entstand, ist heute salonfähig und eine etablierte Art des Designs. So verschönert Graffiti heute oftmals ganz legal in Form von Auftragsarbeiten Häuserwände, Geschäftsfassaden, Mauern, Autos und jede Menge andere Dinge, die zuvor nur in der Tristesse der Stadt untergegangen sind.

Neben Graffiti gibt es jedoch viele andere kreative Techniken, durch die sich das Stadtbild bereichern lässt. Die Street Art-Gemeinde wächst stetig und ihr Einfallsreichtum und die Möglichkeiten scheinen schier unerschöpflich zu sein. Dadurch sind in den vergangenen Jahren auch immer wieder neue Trends entstanden. Die Palette reicht vom einfachen Sticker, über Poster, Stencil-Art (Schablonen), Häkelkunst (Urban Knitting/Guerilla Knitting), die Straßenschilder oder Bäume „kleidet“ bis hin zu kunstvollen Fliesen oder Holzobjekten, die Häuserwände und dergleichen zieren. Sogar in Beton gegossene Formen und Skulpturen, die als Pflastersteine in die Struktur von Fußwegen belebter Einkaufsstraßen integriert wurden, sind schon gesichtet worden.

 
Kunst ist auch immer eine Form der Kommunikation. Nicht immer gibt es zwingend eine Message, die ein Kunstwerk transportieren möchte, manchmal reicht es, wenn etwas optisch aufgewertet wird. Mal ist der Raum für Interpretationen groß und man entwickelt seine eigene Sichtweise zu dem Gesehenen und wieder ein anderes Mal kann Street Art sogar zum Sprachrohr werden und ein politisches Statement sein. So wird der öffentliche Raum beispielsweise von Künstlern genutzt, um auf die Gentrifizierung eines Stadtteils aufmerksam zu machen.

Wikipedia erklärt das Phänomen Street Art so: „Street Art bezeichnet alle nichtkommerziellen Formen von Kunst im öffentlichen Raum, die nach der Absicht der Verursacher durchaus dauerhaft dort verbleiben sollten. Darunter versteht man selbstautorisiert angebrachte Zeichen aller Art im urbanen Raum, die mit einem weiteren Personenkreis kommunizieren wollen.“

Street Art ist Kunst, ob es einem gefällt oder nicht. Und es ist wie mit so vielen anderen Dingen im Leben — alles reine Geschmackssache. Die Schönheit oder Sinnhaftigkeit liegt eben immer im Auge des Betrachters. Sie kann als (ver)störend oder als Inspiration empfunden werden. In jedem Fall hat diese besondere Art der Kommunikation ihre Daseinsberechtigung. Sie macht die Stadt erst lebendig, spiegelt Zeitgeschmack, Trends und eine enorme Kreativität wider. Sie komplettiert das urbane Lebensgefühl.

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